Mitten im Wasserschaden ist die Versicherungsfrage selten das Erste, woran man denkt – und trotzdem wichtig, denn manche Fehler in den ersten Stunden lassen sich später kaum noch korrigieren. Hier ein allgemeiner Überblick, wie die Zuständigkeiten typischerweise verteilt sind. Ihre eigene Police kann im Detail abweichen, deshalb ersetzt dieser Beitrag keine Auskunft Ihres Versicherers.
Welche Versicherung ist überhaupt zuständig?
Grob lässt sich unterscheiden: Die Hausratversicherung deckt in der Regel bewegliche Gegenstände in der Wohnung ab – Möbel, Elektronik, teils auch Bodenbeläge. Die Wohngebäudeversicherung ist für das Gebäude selbst zuständig, also Wände, Estrich, Decken und fest verlegte Leitungen. Bei Mietwohnungen bedeutet das meist: Der Vermieter hat die Wohngebäudeversicherung für die Bausubstanz, der Mieter seine eigene Hausratversicherung für das persönliche Eigentum. Je nachdem, was konkret beschädigt wurde, kann ein Schaden auch beide Versicherungen betreffen.
Was ein Leitungswasserschaden typischerweise einschließt
Klassische Leitungswasserschäden wie ein Rohrbruch oder eine geplatzte Zu- oder Ableitung sind in den meisten Policen mit eingeschlossen. Ob auch übergelaufene wasserführende Geräte wie Waschmaschine oder Geschirrspüler sowie Frostschäden an Rohren mitversichert sind, hängt dagegen häufig von vereinbarten Zusatzbausteinen ab. Ein Blick in die eigenen Versicherungsunterlagen – oder ein kurzer Anruf beim Versicherer – schafft hier schnell Klarheit.
Was Sie nach einem Schaden dokumentieren sollten
- Machen Sie Fotos und wenn möglich Videos, bevor Sie mit dem Aufräumen beginnen.
- Entsorgen Sie beschädigte Gegenstände nach Möglichkeit nicht sofort, sondern erst nach Rücksprache mit der Versicherung – außer es besteht akute Gefahr, etwa durch Strom oder Schimmel.
- Halten Sie den Schadenhergang kurz schriftlich fest: Was ist wann passiert, was wurde bereits unternommen.
- Sammeln Sie Rechnungen und Belege, auch von eventuellen Notmaßnahmen.
- Melden Sie den Schaden zeitnah bei Ihrer Versicherung – Fristen dazu finden Sie in Ihren Vertragsunterlagen.
Je genauer die Dokumentation direkt nach dem Schaden, desto reibungsloser läuft in der Regel die Regulierung mit der Versicherung.
Professionelle Sanierung mit Dokumentation für Ihre Versicherung: Wir halten unsere Arbeitsschritte nachvollziehbar fest – das erleichtert erfahrungsgemäß die Abstimmung mit dem Versicherer.
Mehr zur Wasserschaden-Sanierung →Wann lohnt sich ein Gutachter?
Bei größeren Schäden beauftragt die Versicherung häufig selbst einen Gutachter, um Ursache und Umfang festzustellen. Sollte es zu Unstimmigkeiten über die Schadenshöhe oder -ursache kommen, kann auch ein unabhängiger Gutachter sinnvoll sein. Das ist jedoch die Ausnahme – bei den meisten klar erkennbaren Leitungswasserschäden läuft die Regulierung unkompliziert über die übliche Schadenmeldung.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine individuelle Beratung durch Ihre Versicherung oder einen Fachanwalt. Bei Fragen zu Ihrem konkreten Vertrag ist der direkte Kontakt zu Ihrem Versicherer immer der sicherste Weg. Für die Schadensursache und fachgerechte Beseitigung sind wir gerne für Sie da.